Technologietransfer anno 1876,
oder: Wie Heineken Dortmunder Brauer abwarb

Von Karl-Peter Ellerbrock und Heinrich Tappe

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Die Herberge Zur Heimat, Fotoaufnahme aus dem Jahre 1895 (Foto: Karl Neuhoff; Quelle: Stadtarchiv)Bereits im 19. Jahrhundert war die Brauwirtschaft eine internationale Szene. Dies galt nicht nur für die Führungskräfte der großen Braubetriebe, sondern auch für die Brauarbeiter. So wandte sich Wilhelm Feltmann, der als erster technischer Direktor der Heineken-Brauerei von 1869 bis 1897 den Grundstein für den Aufstieg seines Unternehmens zu einem der gegenwärtig größten Brau-Imperien der Welt legte, im Februar 1875 an die "Herberge zur Heimath" in Dortmund, um Arbeitskräfte für seinen Betrieb zu rekrutieren. "Es ist nun wesentlich", schrieb er in einem an den Inhaber der Gesellenherberge, Friedrich Husemann, gerichteten Brief, "dass wir einige ordentliche Leute nach Amsterdam bringen. Stellen Sie bitte sicher, dass wir keine Trinker oder Leute, die Ärger machen, geschickt bekommen."





Wilhelm Feltmann (Quelle: WWA)Dass Feltmann in Dortmund Arbeitskräfte suchte, war kein Zufall. Der aus Deutschland stammende Braumeister war zum einen gut bekannt mit Heinrich Schleißing, dem technischen Direktor der Dortmunder Actien-Brauerei, und überdies zeitweise Aufsichtsratsmitglied bei der Dortmunder Brauerei. Andererseits hatte sich die boomende Braustadt Dortmund in den 1870er Jahren zu einem Treffpunkt arbeitssuchender Brauhandwerker entwickelt. Deutsche Braumeister und -handwerker waren in dieser Zeit im Ausland allgemein sehr gefragt, wenn es galt, moderne Lagerbierbrauereien aufzubauen.








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